WIREG

 

 

 
Link verschicken   Drucken
 

Ulsnis

Homepage: www.ulsnis.de

Allgemeine Informationen

Ulsnis ist die flächenmäßig zweitgrößte Gemeinde des Amtes. Zu den Ortsteilen Hestoft, Kius, Gunneby,  Kirchenholz und Ulsnis zählen allerdings auch 400 ha Schleiwasser und 100 ha Wald, die für den Fremdenverkehr von erheblicher Bedeutung sind.

 

Im Rahmen der Dorferneuerung hat Ulsnis viel in die Infrastruktur und das Erscheinungsbild investiert. So sind moderne Ortsdurch- fahrten mit Gehwegen und viele Verschönerungsmaßnahmen entstanden.

 

Weiter aufgewertet wird das Umfeld rund um die Dampferanlege- stelle in Ulsnisland und das landschaftliche Kleinod Gunnebyer- Noor. Viele Gebäude stehen in Ulsnis unter Denkmalschutz.

 

Eine alte Sage erzählt „In der Nähe des heutigen Dorfes Ulsnis wohnte einst ein mächtiger Riese, den man wegen seines Alters den Alten nannte. Sein Sohn war ihm an Größe und Kraft noch weit überlegen. Um von seinem Vater unabhängig zu sein, watete er durch die Schlei und wohnte in der Gegend von Rieseby. Mehrmals kam es aber vor, dass die beiden sich über die Schlei beschimpften und mit Felsblöcken bewarfen. Aber der Streit brach erst recht aus, als der Alte bei Ulsnis anfing, eine Kirche zu bauen. Der Sohn bemerkte von seinem Berg in der Nähe seines Wohnortes alles, was sein Vater machte. Er wollte ihm nicht nachstehen, und so baute er eine Kirche, die noch höher und schöner sein sollte. Als der Alte dieses von einer Anhöhe aus merkte, rief er seinem Sohn bittere Vorwürfe zu. Bald gerieten beide in Wut und warfen mit den größten Blöcken, die sie auf den Feldern fanden, nacheinander. Die hohen Türme der Kirchen waren bald niedergeworfen und dadurch die Wut noch größer geworden. Gleichzeitig wurden beide von einem Stein getroffen, so dass sie tödlich verletzt zu Boden sanken und bald starben. Der Alte fiel mit dem Kopf in die Schlei hinaus, und dadurch bildete sich die Halbinsel Nes am Gunnebyer Noor, und nach dem Alten nannte man den Ort Ulsnis. Den Wohnort des jüngeren nannte man Rieseby.“ (Entnommen der Festschrift „600 Jahre Kirche Ulsnis“)

 

Sagen, mündliche Überlieferungen aus der Vorzeit, werden immer wieder umgebildet und dichterisch ausgemalt. Wirklich ist das erste Glied im Namen Ulsnis vom dänischen „Ulf“ oder „Ulv“ abgeleitet, das zweite vom dänischen „næs“, die Bezeichnung für einen Küstenvorsprung. Die erste Silbe könnte sowohl von dem Männernamen Ulf als auch von dem Tiernamen Ulv (Wolf) hergeleitet sein. Und Rieseby, ebenfalls dänischen Ursprungs, bedeutet: „Dorf im Gebüsch“.

 

Der Name Ulsnis findet 1349 erstmals Erwähnung als „Ulfsnees“. Bis 1770 gehörten Ulsnis, Hestoft, Kius und zwei Höfe aus Gunneby zur Vogtei Ulsnis, die wiederum dem Domkapitel in Schleswig unterstand. 1777 wird die Vogtei wieder Bestandteil der Schliesharde (Schleiharde).

 

Auch nachdem Schleswig-Holstein im Jahre 1866 preußische Provinz geworden war, blieb die Hardenstruktur zunächst noch erhalten, bis an ihre Stelle die kleineren Amtbezirke traten. Die Gemeinden Steinfeld, Kius (mit Gunneby) und Ulsnis (mit Hestoft) bildeten den Amtsbezirk Ulsnis. 1969 wurde im Rahmen der Ämterneuordnung das Amt Ulsnis aufgelöst und mit Wirkung vom 1. April 1970 dem Amt Süderbrarup zugeordnet. 1973 beschloss die Gemeinde Kius die Zusammenlegung mit der Gemeinde Ulsnis, am 1.2.1974 waren die Gemeinden Ulsnis und Kius formell zur Gemeinde Ulsnis vereint.

 

In der Gemeinde Ulsnis sind zurzeit 39 Gewerbebetriebe aus den Bereichen Handwerk und Dienstleistung gemeldet. Bedingt durch die ländliche Struktur gibt es noch 18 landwirtschaftliche Betriebe, darunter ein Demeter-Hof mit Hofladen (Hof Delz in Kius). Der Tourismus verzeichnet einen wachsenden Stellenwert (www.ostseefjordschlei.de)

Zur Gemeinde Ulsnis gehören die vier Dörfer Ulsnis, Hestoft, Kius und Gunneby mit insgesamt 683 Einwohnern. Der Ortskern von Ulsnis wird geprägt von der evangelisch-lutherischen Kirche nebst Friedhof mit malerischem Blick über die Schlei. Die Kirche wurde 1338 dem heiligen Wilhadus geweiht. Die historische Johann-Daniel-Busch-Orgel ist kürzlich aufwändig restauriert worden. Auf dem Friedhof befindet sich das Grab des Nobelpreisträgers Otto Diels. Der Pastoratsgarten gilt als einer der schönsten in Schleswig- Holstein. Hier verweilte Adam Struensee, als sein Sohn Graf Johann Friedrich Struensee 1772 in Kopenhagen hingerichtet wurde.

 

Im ehemaligen Schulgebäude in Ulsnis sind heute der evangelische Kindergarten und der Archivraum der Gemeinde untergebracht. Unweit des Kindergartens befindet sich das Dorfmuseum mit bedeutenden Sammlungen. Parallel zum Strandweg, auf dem Weg nach Ulsnis-Strand, liegt ein Neubau- und Ferienhausgebiet. Ulsnis-Strand bietet einen Sportboothafen mit einer Dampferanlegebrücke.

 

Der Ortsname Hestoft setzt sich zusammen aus „Hest“ (=Pferd) und „Toft“ (=Siedlungsplatz) (Vgl. Laur, Ortsnamenlexikon). Das Haus Hestoft 24 wurde im Jahre 1754 vom Kätner Hinrich Hinrichsen erbaut und ist das älteste Wohnhaus im Kirchspiel Ulsnis. Die Lohdiele (Tenne) wurde von den jetzigen Besitzern in den alten Zustand zurückgebaut und ist zu besichtigen. Der historische Bauerngarten ist Bestandteil der „Gartenroute Angeln“.

 

Kius, hergeleitet aus dem schwedisch-norwegischen „kjos“ (=Bucht), ist ursprünglich wohl die alte Bezeichnung des Noores an der Schlei (Laur). Der Ort war früher geprägt durch zahlreiche Handwerksbetriebe. In Kius-Stauertwedt befindet sich heute ein Sportboothafen.

 

Gunneby ist malerisch gelegen am gleichnamigen Noor. Der Ortsname Gunneby, entstanden aus dem Männernamen „Gunne“ und dem dänischen „by“, bedeutet „Dorfsiedlung des Gunne“. Nahe dem Steilufer bei Dallacker sollen in der Schlei 14 größere Steine in einer Reihe gestanden haben. Einer Sage zufolge sind diese von einem Sippenältesten gesetzt worden für sich und seine 13 Söhne, die Angeln im Zuge der Völkerwanderung ab etwa 400 n. Chr, verlassen haben. (Copyright: Kulturausschuss der Gemeinde Ulsnis)

 

Ulsnis in Zahlen

Größe der Gemeinde: 1.893 ha
Einwohner: 706
Postleitzahl: 24897
Telefonvorwahl: 04641

 

Wasserbeschaffungsverband

Wasserbeschaffungsverband Südangeln
Toft 7
24860 Böklund
Telefon: 04623 / 78313 oder 78312

Wasserwerk: 04623/1466

 

Sehenswürdigkeiten

 

Ferienhaussiedlungen
Seit 1995 ist Ulsnis anerkannter Erholungsort, der gern von Gästen aufgesucht wird. Hierauf weisen auch die Ferienhaussiedlungen Ulsnisstrand und Süderholz hin. Zum Ort gehören auch das ADS Schullandheim und das Familienerholungsheim Ulsnisstrand.
 

Ortsteil Kius
Der Ortsteil Kius mit einem Heimatmuseum wird durch einen hohen Anteil älterer und unter Denkmalschutz befindlicher Bausubstanz geprägt. Große stattliche Hofanlagen bestimmen das Bild. Der Ort liegt abseits im Talverlauf der Hesselmühlenau und befindet sich im Winkel der Schleidörferstrasse und der Strasse nach Taarstedt.

Burg Hesselgaard
In Ulsnis befand sich die mittelalterliche Burg Hesselgaard - erstmals 1360 erwähnt. 1644 zerstörten die Schweden die Burganlage, die durch den Kalkjavsee geschützt wurde. Der See wurde 1862 trockengelegt. Bis 1970 bestand die Anlage aus einem rechteckigen Plateau, auf dem sich eine kreisrunde Erhebung von ca 20 m Durchmesser befand. Die Burg war mit kleinen Schiffen von der Schlei aus erreichbar.