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Süderbrarup

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Allgemeine Informationen

„Das Kirchspiel Süderbrarup erstreckt sich der Länge nach von Westen, wo es an Loit, nach Osten wo es an Rabenkirchen stößt, im Norden begrenzt von den Kirchspielen Norderbrarup und Böel, von denen der Oxbeck es scheidet, im Süden von den Kirchspielen Ulsnis und Boren. Es wird der Länge nach durchschnitten von der Schleswig – Kappelner Chaussee, der Breite nach von der Kiel – Flensburger Eisenbahn. Beide Wege, dazu noch die Kreisbahn, kreuzen sich in dem Hauptorte des Kirchspiels, dem großen, fleckenähnlichen Dorfe Süderbrarup.“ ...

 

Aus „Angeln“ Geschichtlich und topographisch beschrieben von H.N.U. Jensen, Dr. phil., Pastor zu Gelting 1844. Neu bearbeitet und bis auf die Gegenwart fortgeführt von W. Martensen, Pastor in Kahleby und J. Henningsen, Pastor in Böel. Jul. Bergas Verlag und Druckerei Schleswig, 1922.

 

Fakten zu Süderbrarup

Bürgermeister: Friedrich Bennetreu
Hauptort im Süden der Landschaft Angeln, 22 km nordöstlich von Schleswig u. 10 km westl. von Kappeln, an der B 201
Geographische Lage: 54° 38’ 11’’ Nord  9° 46’ 47’’ Ost
Einwohner: 3854
Fläche: 8,1 km²
Postleitzahl: 24392

 

Hauptgemeinde im Amt Süderbrarup, Unterzentrum u. Erholungsort. Kirchen, Schulen, Bücherei, Kindergärten, Bahnstation, Postagentur, Banken, Polizeistation, Ärzte, Apotheken, Supermärkte, Gaststätten, Handels‑ u. Gewerbebetriebe, Rinderzuchtstation, Tankstellen, Freibad, Sportplätze, Jugendzentrum. Die höchste Erhebung befindet sich mit 40 m östlich der Pleistruper Straße, die Niederung ist mit 13 m im Oxbektal. Der Mühlberg im Ort ist 34 m, und der Kirchberg 33 m hoch.

 

Einwohnerentwicklung

1803 mit 248,  1885 mit 610 und 2005 mit 3893 Einwohner, Ewh.‑Höchstzahl 1946: 4478 Menschen. Unter den Landgemeinden Angelns verzeichnet Süderbrarup das größte Wachstum der Einwohnerzahl, die 120 Jahre nach Gründung das Fünffache erreicht hat, was zur höchsten Bevölkerungsdichte unter allen Kommunen der Landschaft führte.Nach dem Ergebnis des Zensus 2011 beträgt die Einwohnerzahl 4.146 - damit wohnten rund 37% der Einwohner des Amtes in der Gemeinde Süderbrarup.

 

Beschreibung des Wappens

Ein Fundstück aus dem Thorsberger Moor hat dem Wappenschild als Vorlage gedient. Der Flensburger Heraldiker Erwin Nöbbe hat bereits 1940 den Wappenentwurf gestaltet und dazu in seiner Beschreibung erläutert:

 

„Auf der Suche nach einem Charakteristikum lag es nahe, an den bedeutenden Fund germanischer Altertümer im Thorsberger Moor zu denken, der seit 1862 die Wissenschaftler der gesamten germanischen Welt stark beschäftigte und den Ort Sü­der­bra­rup weit über die Grenzen der engeren Heimat, sogar Deutschlands, bekannt machte. Die aus dem Thorsberger Moor stammende Form der Triskele in doppeltem Ring ist nur an dieser Stelle vorgekommen.“

 

Schon damals bemühte sich unser Ort um Genehmigung dieses Gemeindewappens, wurde jedoch durch ein Schreiben vom 15. Juli 1940 aus dem Kieler Staatsarchiv auf die Zeit „nach Friedensschluss“ vertröstet.

 

Postmeister Adolf Petersen griff in seiner Eigenschaft als kommissarisch eingesetzter erster Nachkriegsbürgermeister die Wappenfrage wieder auf. Es hat dabei zunächst offenbar Schwierigkeiten mit der Besatzungsmacht gegeben. Eine im Gemeindearchiv verwahrte handschriftliche Aktennotiz des Postmeisters, leider ohne Datum, besagt: „Im Jahre 1946 hat die Gemeinde Sü­der­bra­rup das oben abgedruckte Wappen von der englischen Militärregierung genehmigt bekommen. Die ursprünglichen Bedenken gegen das Wappen (es sei dem Hakenkreuz ähnlich) sind durch den Bericht über die Bedeutung des Wappens zerstreut worden.“

 

Nachdem Bürgermeister Petersen die ihm zur Seite stehenden Beigeordneten bzw. Gemeinderäte in einer Sitzung am 28. Mai 1946 über die inzwischen ausgesprochene Genehmigung informiert hatte, konnte das Flensburger Tageblatt seinen Lesern in der Ausgabe vom 8. Juni 1946 mitteilen: „Sü­der­bra­rup erhält ein Gemeindewappen“. Auch der damalige Pressebericht verweist auf die von der Militärregierung erteilte Erlaubnis für das Sü­der­bra­rup-Wappen.

 

Historische Siedlungsentwicklung

Erste Hinweise auf eine Besiedlung in Süderbrarup reichen bis in die Steinzeit zurück. Auf eine dichte Besiedlung während der Bronzezeit weisen die zahlreichen Grabhügel hin. Gegen Ende der Bronzezeit begann ein Großteil der Bevölkerung den Raum zu verlassen, wobei vermutlich nur im Bereich Süderbrarup ein Siedlungsrest verblieb. Die Besiedlung durch den germanischen Stamm der Angeln setzte ca. 100 n. Chr. ein, welche ca. 450 n.Chr. nach England auswanderten. Die direkte Umsiedelung nach England ist nach heutigen Erkenntnissen jedoch eher unwahrscheinlich. Vermutet wird, das vor der Überfahrt eine längere Zwischensiedlung an der Elbe erfolgte. Zeugnis der Besiedlung geben die Grabfelder in Süderbrarup. In Angeln gibt es drei große Gräberfelder: Sörup (ca. 1375 Bestattete), Husby (1360 Bestattete) und Süderbrarup (ca. 1234 Bestattete). Bei den drei großen Gräberfeldern handelt es sich um Männergräberfelder. Die ca. 4000 Männergräber in Angeln sind durch eine geringe Zahl und recht bescheidene Beigaben gekennzeichnet. Insgesamt ist die Zahl der Frauenfriedhöfe sehr viel geringer, im Vergleich mit den Männergräbern wurden jedoch in diesen sehr viel mehr und auch wertvollere Beigaben gefunden. Das besondere am Süderbraruper Gräberfeld ist, dass es eine sehr lange Belegungszeit aufweist: 100 n. Chr. Werden die Gräberfelder angelegt. Während ab ca. 320 n. Chr. die Belegung der anderen Friedhöfe abnimmt, steigt diese in Süderbrarup an und hält bis 600 n.Chr. an. Süderbrarup ist der letzte Großfriedhof bis in die Zeit der Völkerwanderungszeit.
Ergebnis einer der Pollenanalyse ist, dass der Ort durchgehend besiedelt war ‑ wenn auch hier ein Rückgang der Bevölkerungszahl vermutet wird. Die Siedlungskontinuität in Süderbrarup bedeutet, dass es sich um eine sehr alte Siedlung handelt (z.B. älter als Trier).

Mit der Einwanderung der Jüten (11./12. Jahrhundert) begann die Rodung der Wälder. Darauf weisen die Ortsnamen dieser Zeit mit den Endungen ‑rott, ‑lund, ‑twedt, ‑skov hin. In diese Zeit fällt auch die Entstehung der romanischen Feldsteinkirche in Süderbrarup.

Angeln war in dieser Zeit zum großen Teil Bauernland" mit wenigen Gutsbezirken. Die Dorfgemeinschaften bewirtschafteten die gerodeten Flächen gemeinschaftlich. Um die Gehöfte befanden sich privateigene Flächen, die von Flechtzäunen umgeben waren.

König Waldemar 11. hatte 1231 mit dem Erdbuch alle seine Güter urkundlich erfasst. Hierin ist auch die erste urkundliche Erwähnung unseres Ortes zu finden. Hier heißt das Dorf Syndräbrathorp. Diese Bezeichnung kann sehr wohl auf jütischen Ursprung zurückgehen. Im Jahre 1440 wird Sü­der­bra­rup wieder urkundlich erwähnt, diesmal in dem Verzeichnis aller Kirchen, die unter dem Bischof in Schleswig standen. Da wird unser Dorf Sönderbrarup genannt.

Nach und nach ging immer mehr Königsland in adeligen Besitz über. Seit Ende des 15. Jahrhunderts gehörte der Raum überwiegend zum herzoglichen Amt Gottorf. Die Güter und die kirchlichen Besitzungen hatten eine eigene Verwaltung. Die Ämter waren in Harden eingeteilt. Der südliche Bereich des heutigen Amtes Süderbrarup gehörte zur Schliesharde, der nördliche zur Struxdorfharde.

Am Schluss des Kriegsjahrhunderts, das von 1626 bis 1720 reichte, war unser Dorf arm und litt noch lange an den unheilvollen Folgen der vergangenen schweren Zeiten. Wie sich aus dem Kirchenrechnungsbuch schätzungsweise ermitteln lässt, hatte das ganze Kirchspiel nur rund 400 Einwohner, das Dorf Sü­der­bra­rup höchstens 200. Die Verwaltung der Ländereien der Kirche oblag im Amtsbezirk der Vogtei Ulsnis, die für den Besitz des Domkapitels Schleswig zuständig war. 1777 wurden die Kapitelklöster aufgelöst und ihre Ländereien in die Harden eingegliedert. Aufgrund der Verkoppelung und der Parzellierung der Güter wurde im 18. Jahrhundert das Landschaftsbild samt der Siedlungsstrukturen erheblich verändert. Es entstand eine Vielzahl von Parzellenstellen und Katendörfern, die noch heute das Siedlungsbild prägen. Am 1. Februar 1860 fand eine Volkszählung statt; sie ergab: 81 Häuser, 94 Familien, 474 Seelen. Dazu kommen die Dollrotter Untertanen mit schätzungsweise 36 Seelen. Die Gesamteinwohnerzahl betrug also nur 510.

Im Zuge der preußischen Landgemeindeordnung von 1867 wurden die Harden durch Gemeinden und Gutsbezirke abgelöst. Die meisten Gemeinden im Amt Süderbrarup wurden 1871 gebildet. Die Gutsbezirke wurden 1928 aufgelöst und den Gemeinden zugeordnet.

1881 wurde die Bahnstrecke Flensburg - Kiel eröffnet. Zwei Jahre später die Schleswig-Angler Eisenbahn, die ihren Endpunkt in Süderbrarup hatte, die Erweiterung bis nach Kappeln folgte.

 

Ortsentwicklung nach dem 2. Weltkrieg

1952: Übertragung aller Verwaltungsaufgaben und der Kassenführung auf das Amt Sü­der­bra­rup; die Mitarbeiter der bis dahin selbstständigen Gemeindeverwaltung übernimmt nun das Amt.
1953: Erste „Angelnschau“ eine vielseitige Ausstellung für Landwirtschaft, Gewerbe und Kultur des Ortes und der Umgebung.

1954: Baubeginn der zentralen Ortsentwässerung und des neuen Klärwerks (Tropfkörperanlage).

1959: Baubeginn der zentrale Wasserversorgung.

1964: Erster Bebauungsplan für das Baugebiet Grüner Weg.

1965: Nach Richtlinien der Landesregierung wird Süderbrarup zur „Mittelpunktgemeinde“ erklärt. Neubau des Amtshauses auf dem Grundstück Königstraße 5.

1970: Im Zuge der landesweiten Ämterreform werden die bisherigen Ämter Boren, Mohrkirch, Nor­der­bra­rup, Sü­der­bra­rup und Ulsnis einschl. zugehöriger Standesämter aufgelöst und ab 1. April als neues Amt Sü­der­bra­rup am Standort Sü­der­bra­rup vereint. Für 22 Gemeinden mit zusammen damals rund 11.000 Einwohnern wird das Amt Sü­der­bra­rup gemeinsamer Verwaltungssitz. Dadurch entsteht die nach Einwohnerzahl und Anzahl der Gemeinden größte Amtsverwaltung im Kreisgebiet.
Nach neuen Förderrichtlinien wird Sü­der­bra­rup als „Ländlicher Zentralort“ benannt.

1971: Am 6. März fährt die letzte Dampflok auf der Bundesbahnstrecke Kiel-Flensburg durch unseren Bahnhof.

1972: Am 27. Mai fährt der letzte Personenzug der Kreisverkehrsbetriebe zwischen Schleswig und Kappeln. Anfang Juli wird die neue Realschule in Betrieb genommen.

1975: Am 9. Februar trifft unseren Ort ein schwerer Schicksalsschlag, als 42 Soldaten beim Absturz eines Transportflugzeuges auf Kreta den Tod finden. Viele Einwohner trauern mit den Familien der verunglückten Soldaten aus der Thorsberg-Kaserne.

Am 21. September wird das Freibad an der Quellenstraße in Betrieb genommen.

1976: Im Dezember kann die neue Hauptschule im Schulzentrum neben der benachbarten Realschule ihrer Bestimmung übergeben werden.

1981: Ein Jubiläumsjahr für Sü­der­bra­rup: Vor 750 Jahren, im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar aus dem Jahre 1231, ist unser Ortsname erstmals schriftlich belegt. Seit 1881, seit einhundert Jahren also, ist Sü­der­bra­rup an das Eisenbahnnetz angeschlossen.

1986: Der ländliche Zentralort Sü­der­bra­rup avanciert nach den Landesentwicklungsgrundsätzen zum „Unterzentrum“.

1988: Sü­der­bra­rup wird „Anerkannter Erholungsort“

1993: „400 Jahre Brarupmarkt“ wird gefeiert, weil ein Heimatforscher eine Aktennotiz fand, die beweist, dass es bereits 1593 den Brarupmarkt gab – wahrscheinlich ist er viel älter.

1994: Im südwestlichen Teil der Gemarkung ist im landwirtschaftlichen Außenbereich ein Neuwald angelegt worden. Für das in der Regie des Forstamtes Schleswig entstandene „Gehege Sü­der­bra­rup“ mit etwa 200 000 Neupflanzungen für einen artenreichen Laubmischwald ist im Juli die Erstbegehung.
Auflösung der Thorsberg-Kaserne und Räumung der Kasernenanlage.

1995: Übernahme des gesamten Kasernengeländes durch den „Raiffeisen Bezugsverein eG“, die später mit der team AG fusioniert und auf dem Gelände Gewerbe betreibt bzw. ansiedelt

1996: Bildung eines  Seniorenbeirates; ab 2011 ruht der Beirat mangels Interessenten

2000: Bau des neuen Klärwerks

2006: Das Nahversorgungszentrum „Südercenter“ wird eingeweiht

2008: Die Post schließt ihre Filiale – seitdem gibt es in Süderbrarup nur noch eine Postagentur. Aus der Realschule sowie der Hauptschule mit Förderschulteil wird die Gemeinschaftsschule. An dieser kann 2014 erstmals an einer Außenstelle der beruflichen Schulen des Kreises sogar das Abitur abgelegt werden.

2009: Erschließung eines zentrumsnahen neuen Wohngebietes auf der "Süderwiese"

2010: Die Gemeinde übernimmt von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein die Verwaltung der Bücherei

2011: Am Jacobi-Kindergarten wird die erste Krippengruppe in Süderbrarup eingerichtet. Gemeindeeigene Liegenschaften werden mittels Fernwärme beheizt.

2014 Die seit 2005 angestrebte  Präsentation der herausragenden archäologischen Fundstelle Thorsberger Moor wird endlich erstellt

 

Der Thorsberger Moorfund /Ein Kriegsbeuteopferplatz der Römischen Kaiserzeit

Zu den bedeutendsten archäologischen Fundstellen des südlichen Schleswig aus der römischen Kaiserzeit zählen der Kriegsbeuteopferplatz von Thorsberg in Süderbrarup und die zwischen Gettorf und Eckernförde gelegenen so genannten Fürstengräber von Neudorf-Bornstein

 

In den Jahren zwischen 1858 bis 1860/61 wurden aufgrund mehrerer Funde beim Torfabbau archäologische Grabungen durch den Vorgeschichtsforscher C. Engelhardt durchgeführt. Die Ausgrabungen umfassten eine Fläche von ca. 750 m2. Weitere Untersuchungen erfolgten im Jahr 1885 (Baggerungen), sowie 1895 und 1970 (Begehungen). 1997 wurde das Moor mit modernen Methoden, wie unter anderem mit geophysikalischen Messungen prospektiert, wobei das Ziel verfolgt wurde, die Ausdehnung der alten Grabungsschnitte aus der Mitte des 19. Jh. zu identifizieren und in ein modernes Meßsystem einzuhängen. Neben einigen rezenten Funden erbrachten diese Untersuchungen auch stark fragmentierte Holzobjekte.

Insgesamt sind aus dem Thorsberger Moor ca. 1800 Funde aus Bunt- und Edelmetallen, Holz, Leder und Keramik erfasst. Aufgrund des niedrigen pH-Wertes des Moores haben sich Gegenstände aus Eisen und Knochen nicht erhalten. Die meisten der ehemals niedergelegten Gegenstände wie z.B. Waffen in Form von Lanzen, Speeren und Schwertern und die Ausrüstungen der einfachen Soldaten sind jedoch mit Sicherheit aus Eisen gefertigt worden. Es lassen sich daher nur Vermutungen anstellen, wie hoch die Anzahl der hier tatsächlich geopferten Objekte war. Hochrechnungen aufgrund von Vergleichen mit ähnlichen Fundplätzen weisen auf eine Anzahl von ursprünglich 14.000 Gegenständen hin.

 

 

Funde aus dem Thorsberger Moor - Rechts Beschläge einer Schwertscheide, daneben eine Gesichtsmaske aus Silber, zerschlagene Schildbuckel, Teile von Pferdegeschirr, silberne „Spangenkappe“ (teils vergoldet), eine von insgesamt zwei Zierscheiben und (oben angeschnitten) die bronzene Zierscheibe mit dem Dreiwirbel, die Vorbild für das Süderbraruper Wappen wurde.

Bild: Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf, Schleswig

Das Fundmaterial setzt sich in erster Linie aus einer großen Anzahl von Ausrüstungsbestandteilen eines germanischen Heeres zusammen, wie Schwertern, Schilden, Pfeil und Bogen, aber auch Teile der persönlichen Ausrüstungen der Krieger und Pferdegeschirren. Es fanden sich des weiteren Gefäße aus Holz und Ton so wie landwirtschaftliche Geräte, welche älteren Opferniederlegungen angehören. Bemerkenswert in dem Fundensemble sind Teile der Prachtausrüstung von Kriegern wie goldener Armschmuck, Helme, Ringbrünnen mit Beschlägen und reiche Pferdegeschirre und Schwertgarnituren. Zudem ist die hohe Anzahl provinzialrömischer Militaria und weiterer Funde römischer Herkunft auffällig.

Neben einigen Einzelfunden aus der Stein- und Bronzezeit sowie Keramik und einer Fibel aus der vorrömischen Eisenzeit können die meisten Funde in den Zeitraum zwischen der ersten Hälfte des 2. Jh. bis ca. 300 n. Chr. datiert werden. Die Hauptniederlegung fällt dabei in die erste Hälfte des 3. Jh. n. Chr. Der überwiegende Teil der Funde befindet sich im Archäologischen Landesmuseum auf Schloss Gottorf, ein weiterer Teil im Nationalmuseum in Kopenhagen, welcher dem Archäologischen Landesmuseum für insgesamt fünf Jahre zur Bearbeitung nach Schleswig ausgeliehen wurde. Weitere kleine Bestände sind in Museen von Flensburg, Hamburg-Harburg, Berlin und Moesgård verteilt.

Die Artefakte aus dem Thorsberger Moor werden, mit Ausnahme der Tongefäße und landwirtschaftlicher Geräte, in den Kontext der so genannten "Kriegsbeuteopfermoore" eingeordnet. Hierbei handelt es sich um Opfergaben von Kriegsbeutestücken besiegter Heere bzw. größerer Heereseinheiten.

Das Phänomen der Kriegsbeuteopfermoore ist von vielen Fundplätzen der Römischen Kaiserzeit (ca. 0-375 n. Chr.) sowie der Völkerwanderungszeit aus dem nordeuropäischen Raum bekannt. Das Thorsberger Moor gehört als einziger deutscher Fundplatz zu den größten Kriegsbeuteopfern der Römischen Kaiserzeit. Die anderen großen Plätze liegen in Jütland (Nydam, Ejsbol und Illerup Adal), auf der dänischen Insel Fünen (Kragehul und Vimose) sowie auf der schwedischen Insel Öland (Skedemosse).

Dabei lassen sich durch moderne Forschungen inzwischen die Ausrüstungsgegenstände verschiedener militärischer Ränge - Fußsoldaten, "Offiziere" und Heerführer - unterscheiden. Die Gegenstände wurden vor der Opferung vermutlich rituell zerstört, da neben Gebrauchs- und Kampfspuren Hinweise auf Zerschlagen, Zerhacken, Zerreißen und teilweise auch auf Verbrennen zu finden sind.

Die Mooropferproblematik ist bereits seit einigen Jahren einer der Schwerpunkte der archäologischen Forschung in Skandinavien und Dänemark. Vor allem die nach modernen archäologischen Methoden untersuchten und ausgewerteten Fundstellen in Illerup Ådal und Ejsbøl sowie Nachgrabungen im Nydam-Moor erbrachten komplexe Ergebnisse in bezug auf die verschiedenen Niederlegungshorizonte und die innere Organisation und Herkunft der germanischen Heereseinheiten, aber auch zur Rekonstruktion der Ausrüstungen der Krieger und der Pferde. Die Verknüpfung der Mooropferforschung und der archäologischen Untersuchungen zeitgleicher Grabfunde vervollständigt Stück für Stück das Bild der gesellschaftlichen Strukturen in Nordeuropa während der ersten Hälfte des 1. nachchristlichen Jahrtausends.

Seit Juni 2005 werden die Befunde und Funde aus beiden Komplexen im Rahmen eines Forschungsprojektes am Archäologischen Landesmuseum in der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf in Schleswig wissenschaftlich bearbeitet. Die Leitung des bis zum April 2008 laufenden Projektes mit dem Titel "Zwischen Thorsberg und Bornstein. Historische Archäologie im Landesteil Schleswig als Instrument für Weiterbildung, Forschung und Präsentation" trägt Claus von Carnap-Bornheim (hierzu auch ABEGG-WIGG 2005). Inhalt des Projektes ist die Einbindung verschiedener Nutzungsmöglichkeiten EDV-gestützter Kommunikations- und Kooperationsinstrumente im Bereich Archäologie, speziell auf Grundlage der wissenschaftlichen Erforschung beider oben genannter Plätze. Finanziert wird das Projekt zu 45% vom Europäischen Sozialfonds, vergeben vom Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des Landesprogrammes „Arbeit für Schleswig-Holstein“. Die Kofinanzierung des Projektes erfolgt durch Eigenmittel der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und einen dänischen Kooperationspartner. Hierbei handelt es sich um das vom Carlsbergfond finanzierte Projekt "Jernalderen i Nordeuropa - 400 f Kr. til 600 e. Kr." (v. CARNAP- BORNHEIM/ILKjær 2006), welches eine Laufzeit von 2004 bis 2009 hat und sich mit der archäologisch-wissenschaftlichen Bearbeitung zahlreicher Mooropferplätze der vorrömischen Eisenzeit und der Römischen Kaiserzeit in Dänemark beschäftigt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Gegenstände aus Kopenhagen nun für fünf Jahre nach Schleswig verliehen wurden, ist erstmals die aktuelle und vollständige Katalogisierung in Form einer digitalen Datenbank möglich, welche zugleich als Basis für eine internationale Zusammenarbeit genutzt werden soll.

In einem weiterführenden Schritt sind die Gegenstände der Opferungen aus dem Thorsberger Moor in die aktuelle Forschung zu den nordeuropäischen Kriegsbeuteopfern einzuhängen. Hierbei sind präzise Aussagen zu der Anzahl der in Thorsberg erfolgten Opferniederlegungen sowie deren möglichst exakte chronologische Einordnung zu erwarten. Des Weiteren werden Gegenstände der persönlichen Ausrüstung in bezug auf die Herkunft der unterlegenen Heereseinheiten untersucht. Das in Thorsberg quantitativ stark vertretende Pferdegeschirr von zum Teil sehr hochwertiger Qualität ergänzt die Forschungen zur inneren Organisation der germanischen Heere. Einen globalen Blick auf Art und Intensität der Verbindung zwischen dem Barbaricum und dem römischen Reich bzw. den römischen Provinzen erlaubt schließlich die große Menge römischer Militaria und weiterer Funde römischer Provenienz aus dem Thorsberger Moor. Durch die Zusammenführung der Forschungsergebnisse aus dem Thorsberger Moor und dem Themenkomplex der "Fürstengräber" anhand der Studien zu den Gräbern aus Neudorf-Bornstein ist ein aussagekräftiges Bild über die Strukturen der Römischen Kaiserzeit im nordeuropäischen Barbaricum zu erwarten.

 

(Angelika Abegg-Wigg, Ruth Blankenfeldt, Nina Lau und Suzana Matešic, Schleswig)

 

Links:

http://www.schloss-gottorf.de/

 

http://www.zbsa.eu/forschung/projekte/projekte-mensch-und-artefakt/cluster-heeresausruestungsopfer/persoenliche-ausruestungen-aus-dem-thorsberger-moor-1/persoenliche-ausruestungen-aus-dem-thorsberger-moor

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http://www.zbsa.eu/forschung/projekte/projekte-mensch-und-artefakt/cluster-heeresausruestungsopfer/die-pferdegeschirre-aus-dem-thorsberger-moor-1/die-pferdegeschirre-aus-dem-thorsberger-moor

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http://www.zbsa.eu/forschung/projekte/projekte-mensch-und-artefakt/cluster-heeresausruestungsopfer/militaerische-ausruestungsbestandteile-aus-dem-thorsberger-moor/militaerische-ausruestungsbestandteile-aus-dem-thorsberger-moor-2013-zeugnisse-roemisch-germanischer-kontakte

 

 

 

 


Aktuelle Meldungen

Sitzung Gemeindevertretung Süderbrarup

(12.10.2017)

Einladung

 

zur Sitzung der Gemeindevertretung Süderbrarup am Montag, dem 23.10.2017,

um 19.30 Uhr im Amtshaus (Sitzungssaal)

 

Tagesordnung:

  1. Genehmigung der Niederschrift vom 10.08.2017

  2. Verwaltungsbericht

  3. Einwohnerfragestunde

  4. Anträge des TSV Süderbrarup

  • Transportkostenübernahme für angeschaffte Container als zusätzliche Umkleidekabinen

  • Kostenübernahme für Reinigungskosten der Umkleidekabinen und Duschen im Sportlerheim

  1. Beratung und Beschlussfassung über eine Erweiterung der Dusch- und Umkleidekapazitäten am Sportlerheim mittels vorhandener Container

  2. Beratung und Beschlussfassung über die Erweiterung des Bebauungsplanes Nr. 28 für das Gebiet „Westlich der Pleistruper Straße“
    Aufstellungsbeschluss

  3. Beratung und Beschlussfassung 1. Nachtrag Hundesteuersatzung

  4. Beratung und Beschlussfassung zur Auftragsvergabe von Ingenieurleistungen für den barrierefreien Umbau der Bushaltestelle am Bahnhof

  5. Beratung und Beschlussfassung zur Zweckverbandsgründung Kreisbahnstrecke Süderbrarup-Kappeln, öffentlich rechtlicher Vertrag und Verbandssatzung (Museumseisenbahn)

  6. Beratung und Beschlussempfehlung über die Eingabe Anwohner Steineck zur Verkehrs-beruhigung

  7. Sonstige Vorlagen und Anfragen

Der nachfolgende Tagesordnungspunkt wird nach Maßgabe der Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung voraussichtlich nichtöffentlich beraten.

  1. Personal-, Vertrags- und Grundstücksangelegenheiten

     

    Mit freundlichem Gruß

     

     

    (Bennetreu)

    Bürgermeister

[Einladung 23.10.2017]

Wichtelgruppe für 1 - 3jährige Kinder in Begleitung ihrer Eltern

(02.10.2017)

Süderbrarup

 

 

 

Das Abenteuerland lädt ein zu Spiel, Spaß und Bewegung.

 

Ab dem 6.11.17, an jeden Montag von 15.00-16.00 Uhr,

 

für 1-3jährige Kinder in Begleitung ihrer Eltern.

 

 

Bequeme Kleidung und rutschfeste Socke wären gut, es entstehen keine Kosten.

 

 

Treffpunkt Mühlenstraße 34 / Süderbrarup

Wir freuen uns auf euch. Anmeldungen unter 04641/929222

[Wichtelgruppe]

Tigerentengruppe für Mädchen und Jungen von 3 - 6 Jahren

(02.10.2017)

 

Süderbrarup

 

 

Bildergebnis für tigerente

 

 

Die Tigerentengruppe lädt Mädchen und Jungen von 3-6 Jahren ein.

Sie treffen sich ab dem 7.11.17 jeden Dienstag von 15.00-16.00 Uhr

im Familienzentrum in der Mühlenstraße 34 in Süderbrarup.

 

Bringt bitte Sportkleidung mit, denn wir wollen gemeinsam turnen, klettern und ausprobieren was Spaß macht.

 

Das Angebot ist kostenfrei.

Wir freuen uns auf eure Anmeldung unter 04641/929222

 

[Tigerentengruppe]

Notfallmaßnahmen am Kleinkind im Säuglings- und Kleinkindalter mit praktischem Übungsteil

(02.10.2017)

Für alle Eltern und Interessierte

Notfallmaßnahmen am Kleinkind im

Säuglings- und Kleinkindalter

mit praktischem Übungsteil

 

Dieser Lehrgang des DRK-Kreisverbandes Schleswig-Flensburg e.V. umfasst insgesamt 3 Stunden und gibt einen Einblick in die Erste Hilfe, die an einem Kind angewendet wird. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und bedürfen somit anderer Erste-Hilfe-Maßnahmen als Erwachsene. Unfallverhütung im täglichen Umgang mit Kleinstkindern sowie die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen im Notfall werden besprochen.

 

Kurstermin: Dienstag, 14.11.2017, 19:30 – 22:30 Uhr

(Kurs-Nr. 17301-3)

Kursgebühr: 20,00 €

Kursort: Familienzentrum Süderbrarup, Mühlenstraße 34,

24392 Süderbrarup

Kursleitung: DRK Kreisverband SL-FL e.V.

 

Anmeldung erbeten unter:

Ev. Familienbildungsstätte

Wassermühlenstraße 12

24376 Kappeln

Tel.: 04642-91114-0

Fax: 04642-91114-4

E-Mail: info@fbs-kappeln.de

Homepage: www.fbs-kappeln.de

 

IBAN: DE87 2175 0000 0186 0537 73 BIC: NOLADE21NOS

[Notfallmaßnahmen am Kleinkind]

Kochwerkstatt in der Gemeinschaftsschule Süderbrarup

(11.09.2017)

Die Kochwerkstatt öffnet wieder ihre Tore!

Alle 2 Wochen wird gemeinsam in der Küche

der Gemeinschaftsschule Süderbrarup gekocht.

Wir beginnen um 18.30 Uhr.

Wer Lust und Zeit hat, ist herzlich willkommen an

folgenden Dienstagen mitzukochen:

 

 

 

12.09.2017

26.09.2017

10.10.2017

07.11.2017

21.11.2017

05.12.2017

 

 

 

Es freut sich auf euch, das Kochwerkstatt-Team!

[Flyer]