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Scheggerott

Allgemeine Informationen

Die Gemeinde Scheggerott liegt zwischen Süderbrarup und Kappeln. Zum 631 ha großen Gemeindegebiet zählt auch der Ortsteil Brarupholz. Das Gemeindebild wird durch landwirt- schaftliche Betriebe beherrscht und ist in den vergangenen Jahren liebevoll verbessert worden. So sind Fußwege und Anpflanzungen erneuert worden und im Dorfbild findet man alte Emailleschilder, die auf traditionelle Wegeverbindungen hinweisen.

 

Scheggerott in Zahlen

Größe der Gemeinde: 631 ha
Einwohner: 390
Postleitzahl: 24392
Telefonvorwahl: 04641

 

Wasserbeschaffungsverband

Wasserbeschaffungsverband Mittelangeln
Spenting 10
24405 Mohrkirch
Telefon: 04646 / 990271

 

Sehenswürdigkeiten

Bahnstation der Museumsbahn
In Scheggerott ist die Bahnstation der Museumsbahn von Kappeln nach Süderbrarup ein Blickfang für die Touristen. Die Bahnstation der Museumsbahn von Kappeln nach Süderbrarup ist eine Attraktion für die Touristen. Das gepflegte Gemeindebild mit vielen Fuß- und Radwegen und dem schönen landschaftlichen Umfeld spricht Radfahrer und Wanderer an.

 

Höfemaler Hinrich Detlef Hinrichsen

Der Angler Höfemaler Hinrich Detlef Hinrichsen, geb. am 24. Dezember 1832 in Kius,

lebte seit Frühjahr 1889 auf dem Bauernhof  in Scheggerott, heute Hamm 4, den seine Tochter Dora und deren Ehemann  Asmus Johannsen dort neu erworben hatten.

Von Beruf war er Malermeister und hatte bisher diesen Beruf in Gunneby ausgeübt.

Hier in Scheggerott half er jedoch zunächst vorwiegend auf dem Hof und  im Stall seines Schwiegersohns. Durch Wiegen der Milch einzelner Kühe stellte er die unterschiedliche Leistung fest und   versuchte, seinen  Schwiegersohn zu überzeugen, dass Kühe, die mehr Milch brachten, auch besser gefüttert werden sollten. Unter anderem vermaß er auch nach einer Tabelle die Kühe und stellte damit ihr Gewicht fest. Da er seinen Schwiegersohn jedoch von der Sinnhaftigkeit seines Tuns nicht überzeugen konnte,  wandte er sich anderen Dingen zu. Begann Höfe und Häuser zu malen und kaufte sich eine Kamera, mit der er die Objekte vorher fotografierte, um sie dann maßstabsgerecht zuhause in der Malstube  in Oelfarbe abmalen zu können. Seine vielen DIN A5 großen Negativfotos auf Glasplatten waren noch bis Ende der 1940er Jahre erhalten.

Durch die vielen Bestellungen begründet, malte er bald mehrere Bilder zur gleichen Zeit. So konnten sie trocknen, ohne ihn zu einer Wartezeit  zu zwingen, und bei gleichen Farben brauchte er den Pinsel nicht zu wechseln. Seine Mahlzeiten nahm er dann immer an der Staffelei ein.

Um auch Bilder von entfernteren Höfen fotografieren zu können, lernte er noch mit 70 Jahren das Radfahren.

Insgesamt hat er etwa 1000 Oelbilder von Höfen und Häusern gemalt.

Fertige Bilder in Größe von 80 x 100 cm kosteten, auf  Pappe gemalt, 10 Goldmark und auf Leinen 20 Goldmark.

Der Kieler Familienforscher Heinrich Jäger hat ein gutes Drittel davon wieder aufgespürt und in seinen Werkkatalogen “Höfe und Häuser in Angeln“ Band I und II veröffentlicht. Auch hat er mehrere Bilder dem Museum in Unewatt übereignet, die dort zu sehen sind.

Hinrich Detlef Hinrichsen malte Bilder bis zu seinem Tode, in den letzten Jahren aus dem Gedächtnis und teilweise direkt mit den Fingern.

Er starb in Scheggerott  am 24. Dezember 1925, seinem Geburtstag, im Alter von 93 Jahren.

 

Hinrich Detlef Hinrichsen

 

Oelbild im Museum Altona

 

Das Schwert von Brarupholz

 

Im Jahre 1879 hat der Hufner Matthias Drews aus Scheggerott in seinem Wald in Brarupholz ein großes Hügelgrab aufgegraben und dabei ein prächtiges Bronzeschwert mit goldenem Griff gefunden. Über Umwege wurde es durch das Museum für Völkerkunde in Hamburg angekauft, wo es später fast in Vergessenheit geriet - vor allem wusste niemand in Brarupholz und Umgebung von diesem wertvollen Fund, der sich dagegen unter Archäologen als "Das Schwert von Brarupholz" einen Namen machte.

 

Inzwischen befindet sich die Waffe im Besitz des Archäologischen Museums Hamburg. Dort gelangte das seltene Schwert 2006 wieder in das Interesse des Museums, die Fundgeschichte konnte rekonstruiert werden und an dem Schwert selbst wurden umfangreiche Untersuchungen vorgenommen, die viele neue Erkenntnisse erbrachten. Dazu ist eine wissenschaftliche Abhandlung in der archäologischen Zeitschrift "Offa" erschienen:  Das Schwert von Brarupholz

Dieses Schwert war kein Kampf- oder Gebrauchsgegenstand, sondern ein wertvolles Prestigeobjekt für seinen Besitzer, mit Sicherheit einem hochrangigen Stammesführer, der vor ca. 3600 Jahren zusammen mit seinem Schwert in einem außergewöhnlich großen Hügelgrab bestattet worden ist.

Der Hamburger Landesarchäologe und Museumsdirektor Prof. Dr. Rainer-Maria Weiss ist am 19.1.2016 mit diesem Schwert nach Brarupholz gekommen und hat in einem Vortrag ausgeführt, was diese Waffe aus der Bronzezeit so einzigartig macht und wer sein Besitzer gewesen sein könnte.

http://www.shz.de/lokales/schleswiger-nachrichten/ein-haeuptlingsschwert-kehrt-zurueck-id12510326.html

Schwert von Brarupholz

Präsentation Vortrag 19.01.2016 - Schwert von Brarupholz